| Wir gehen heim - und was kommt nun? | |
| Geschrieben von Brigitte Hild am 20.03.2000 um 20:24 Uhr | |
| Liebe Forum-Besucher,
ein Thema wurde in unserer letzten Diskussion immer wieder angesprochen: Die Rückkehr aus dem Ausland Auch wenn natürlich jeder Mensch seine ganz individuellen Erfahrungen macht, so gibt es rund um die Rückkehr doch Einsichten und Gefühle, die viele Expats teilen. Vor allem Familien, die lange Zeit im Ausland waren, beschreiben das Gefühl, nicht wirklich heim zu kehren, sondern innerlich ?zwischen den Stühlen? zu sitzen und nirgends mehr ganz zu Hause zu sein. Aber auch nach kürzeren Entsendungen ist es in der Regel gar nicht so leicht, beruflich oder privat dort anzuknüpfen, wo wir vor der Entsendung standen. Wie haben Sie die Rückkehr empfunden? Gehört zum ?Going Global? auch schon der Gedanke an das ?Going Home?? Wie schafft man einen möglichst reibungslosen Neustart zu Hause? Ich bin gespannt auf die Diskussion! Herzliche Grüße Brigitte Hild |
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| AW: Wir gehen heim - und was kommt nun? | |
| Geschrieben von astrid heidelmann-kiesbueye am 25.03.2000 um 12:14 Uhr | |
| Hallo
Seit 12 Jahren leben wir im Ausland - Holland - Dänemark - Schweden - und z. Zt. in der Schweiz. Unsere Heimat ist Deutschland, Hamburg, und manche Tage denken wir an die Heimkehr. Aber - hätten wir die Wahl, wuerden wir wirklich heimkehren ? Viele Auslandserfahrene sagen uns die Rueckkher sei noch schwieriger. Ob sie wohl recht haben ? Ich frage meinen Mann: " noch nicht - vielleicht später " Ich frage meine Tochter (16): " lieber hierbleiben oder weiterziehen, heimkehren nach Hamburg obwohl dort Familie und Freunde wohnen wäre erst die dritte Wahl" Und ich, habe immer mein Heim dort wo meine Moebel stehen und ich mit meiner Familie zusammen sein kann. Solange im Ausland alles gut funktioniert - Schule - Zahnarzt - Ktankenhaus und ein paar nette Freunde, bekomme ich kein Heimweh. Wir denken also noch nicht daran in die Heimat zurueckzugehen, doch irgendwann wird es so weit sein. Bis dahin wollen wir noch einige Abenteuer bestehen - und einige "Nester" bauen. Ich werde weiterhin aus der Ferne berichten. bis dahin einen lieben Gruss aus der Schweiz Astrid -Myrna-Alice - Winni Kiesbueye PS: doch die besten BIO Landkartoffeln weltweit gibt es in Hamburg - und die vermissen wir doch sehr. |
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| AW: Wir gehen heim - und was kommt nun? | |
| Geschrieben von Karin Schulte am 28.03.2000 um 18:23 Uhr | |
| Wir waren gerne im Ausland und sind auch jetzt gerne wieder hier in Köln. Doch es hat bestimmt ein dreiviertel Jahr gedauert, bis ich sagen konnte: "Ich bin wieder daheim". Besonders schwer fiel mir am Anfang, dass kaum jemand etwas von unseren Auslandserfahrungen hören mochte. Alle gingen ganz selbstverständlich davon aus, dass wir doch bestimmt heilfroh seien, wieder zu Hause zu sein. Dabei hatten wir durchaus auch "Heimweh" nach Indonesien.
Aber ich denke, es hängt auch viel an der inneren Einstellung, ob man sich wohl fühlt oder nicht. Es gibt halt kein Paradies auf Erden, das hat der liebe Gott bestimmt mit Absicht so eingerichtet ! :-) Karin |
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| AW: Wir gehen heim - und was kommt nun? | |
| Geschrieben von Peter Zilkowski am 29.03.2000 um 19:45 Uhr | |
| Hallo,
für Entsandte ist es wichtig, wo sie hinterher im Unternehmen wieder unterkommen. In drei Jahren Abwesenheit ändert sich viel, da muss man schon aktiv am Ball bleiben um im Stammhaus präsent zu sein. Das sollte man immer bedenken. Peter Zilkowski |
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| AW: Wir gehen heim - und was kommt nun? | |
| Geschrieben von Hannah Lauer am 03.04.2000 um 15:44 Uhr | |
| Hallo,
seit einigen Tagen schaue ich immer mal wieder hier vorbei, aber es ist nicht viel los??? Für mich und meine Familie steht die Rückkehr Ende des Jahres an. Ich freue mich drauf mich dann endlich nicht mehr fremd zu fühlen. Bdenken habe ich eigentlich nur, ob unsere Tochter, die in der 5. Klasse ist, es schulisch packen wird. Gerade bei Aufsätzen schreiben usw. hat sie ja doch wenig mitbekommen. Gibt es jemanden, der mir dazu was schreiben kann? Danke und Grüße Hannah |
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| AW: Wir gehen heim - und was kommt nun? | |
| Geschrieben von Brigitte Hild am 04.04.2000 um 17:53 Uhr | |
| Liebe Frau Lauer,
erfahrungsgemäß sacken Kinder nach einem Schulwechsel in ihren Leistungen zunächst einmal ab, um sich dann nach ca. 6-12 Monaten wieder auf dem vorherigen Niveau einzupendeln. Sie können selbst am besten beurteilen, wie der schulische Stand ihrer Tochter ist. Ist sie bisher eine gute Schülerin, so wird sie auch nach der Umstellung voraussichtlich wieder gute Leistungen bringen. Etwas schwieriger ist es oft, als "Neue" oder "Neuer" in der Klassengemeinschaft seinen Platz zu finden. Aber wenn Sie schon wissen, wo Sie hinziehen werden und welche Schule Hannah besuchen wird, können Sie da vielleicht schon ein bißchen vorbereiten, indem Hannah z.B. der neuen Klasse schreibt, ein bißchen von ihrem Alltag berichtet etc. Evtl. können Sie auch mit dem zukünftigen Klassenlehrer/-lehrerin Kontakt aufnehmen und sich nach dem Lehrstoff zu erkundigen? Nun wünsche ich Ihnen, dass Sie Ihrer Rückkehr gelassen entgegen sehen können. Herzliche Grüße Brigitte Hild |
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| AW: Wir gehen heim - und was kommt nun? | |
| Geschrieben von Hannah Lauer am 10.04.2000 um 19:17 Uhr | |
| Schönen Dank für die Anregung. Ich bin gespannt wie wir es hinbekommen. Aber jetzt geniessen wir erst noch mal die letzten Monate hier.
Schöne Grüße nach Deutschland Hannah Lauer |
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| AW: Wir gehen heim - und was kommt nun? | |
| Geschrieben von Karin Schulte am 14.04.2000 um 12:02 Uhr | |
| Hallo Frau Lauer,
habe gerade mal wieder in das Forum geschaut und iher Frage gelesen. Aus unserer Erfahrung: Unsere Kinder haben die Rückkehr am leichtesten weggesteckt. Vor allem der Jüngere war sofort in der Klasse integriert und beide geniessen es, dass sie sich frei mit anderen Kindern bewegen können, sich nachmittags zum Spielen verabreden usw. Und natürlich auch die Nähe zu den Großeltern. Die Kinder sind viel flexibler als wir. Mein Mann und ich haben viel länger gebraucht zum eingewöhnen. Einen schönen Gruß Karin Schulte |
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| AW: Wir gehen heim - und was kommt nun? | |
| Geschrieben von Elisabeth Laukötter am 18.04.2000 um 20:32 Uhr | |
| Hallo,
eine Freundin hat mir von dieser Seite erzählt. Wir sind nach vielen Auslandsjahren immer noch gerne im Ausland und wahrscheinlich wird es für uns immer schwerer werden, irgendwann heim zu gehen. Vieles scheint mir so eng und fremd, wenn wir auf Urlaub zu Hause sind. Und auch für meinen Mann wird es nicht einfacher, in Deutschland eine geeignete Stelle zu finden. Andererseits bin ich in Argentinien eben auch nicht ganz daheim und es ist so: Alt werden möchte ich mal da, wo ich die Sprache hundertprozentig beherrsche. Elisabeth Das ist uns ganz wichtig. |
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| AW: Wir gehen heim - und was kommt nun? | |
| Geschrieben von Antje am 20.04.2000 um 21:21 Uhr | |
| Das sehe ich auch so. Auch ich möchte einmal meine Bleibe dort haben, wo ich Sprache und Kultur vollständig verstehe.
"Draußen ein Fürstchen - drinnen ein Würstchen" - dieser Spruch gilt glaube ich noch immer und lässt viele Expatriates vor einer Rückkehr anch Deutschland zurückschrecken. Gerade wenn man in der Dritten Welt lebt, ist der Lebensstandard oft höher als in Deutschland und trotzdem sind unsere Kinder gerne beengt in einer kleinen Wohnung in Deutschland. Es ist einfach die Heimat, das ist der Bäcker nebenan, der Schreibwarenladen, das Kino,die Eisdiele, "Gute Zeiten schlechte Zeiten" oder der Regen..... Ich glaube, wenn man oft seine Urlaube vom Ausland aus in Deutschland verbringt, wird eine Umstellung nicht so schwer. Unsere Kinder hatten beide keinerlei Probleme, allerdings habe ich bereits vom Ausland aus mich um die entsprechenden Schulen gekümmert und danach auch die Wohnung ausgesucht. Das Problem ist anfangs, dass uns der Alltag auffrisst, denjenigen im Berufsleben genauso wie denjenigen zu Hause. Kinder jedoch werden die Freiheit, die ihnen Deutschland zu bieten hat, schnell genießen. wo sonst auf der Welt treffen sich Kinder nachmittags zum spieln, brauchen nicht "organisiert" und"chauffiert" zu werden? |
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| AW: Wir gehen heim - und was kommt nun? | |
| Geschrieben von Bettina Krieger am 03.05.2000 um 20:44 Uhr | |
| Guten Abend,
ja, das sehe ich genauso wie Karin Schulte und Antje: Die Kinder verkraften die Umstellung am leichtesten. Und man selbst bekommt es auch gebacken, wenn man mit der richtigen Einstellung an die Sache rangeht. Der Spruch vom "Würstchen-Fürstchen" ist wohl wahr, aber man kann ja gegensteuern, in dem man auch im Ausland nicht zu sehr Fürst spielt... Viel hängt wirklich davon ab, wie man das Ganze anpackt. Und mit ein bißchen gesundem Menschenverstand und Flexibilität ist das alles nicht so dramatisch. Finde ich jedenfalls. Bettina |
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| AW: Wir gehen heim - und was kommt nun? | |
| Geschrieben von Hannah Lauer am 04.05.2000 um 22:18 Uhr | |
| Hallo nach Deutschland,
gesunder Menschenverstand schön und gut - aber Bammel habe ich trotzdem. Immer noch wegen der Kinder. Aber auch, wie ich den Wiedereinstieg wieder hinbekomme. Ob es beruflich wieder klappt und so weiter. Je näher die Rückkehr rückt, desto mehr Gedanken mache ich mir. Und natürlich tut es mir leid, hier Freunde zurück zu lassen. Und ich denke nicht, dass ich übermässig Probleme sehe. Die realität ist nur eben nicht so einfach wie es immer ausschaut. |
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| AW: Wir gehen heim - und was kommt nun? | |
| Geschrieben von Antje Meinertz am 05.05.2000 um 15:36 Uhr | |
| Hallo Frau Lauer,
ich würde Ihnen aus eigener Erfahrung raten, den Rückumzug so gut wie möglich vorzubereiten. Schule aussuchen, eventuelle Umbauten und Renovierungsarbeiten und all die tausend Kleinigkeiten, die anstehen. Und dann zwischen Einpacken des Hausrates und dem Auspacken in Deutschlnad mindestens eine Woche Ferien mit der ganzen Familie einzuschieben (wenn es rgendwie möglich ist). Dann kommen Sie entspannt und voller Tatendrang in Deutschland an und alles klappt viel leichter. |
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| AW: Wir gehen heim - und was kommt nun? | |
| Geschrieben von Angelika Zuche am 08.05.2000 um 21:38 Uhr | |
| Hallo in die Runde,
das sieht mir hier ja sehr nach reiner Frauenrunde aus. Wo sind denn die Herren der Schoepfung - vermutlich im Buero? :-)) Dabei dreht es sich doch in den meisten Expatfamilien nur um den Job des Herrn des Hauses, die anderen muessen sehen, wie sie fertig werden. |
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| Geschrieben von Karin Schulte am 10.05.2000 um 16:10 Uhr | |
| Hallo, Frau Zuche,
ich weiss ja nicht, wie das bei Ihnen ist. Aber mein Mann hat nicht einmal Zeit, seiner Tante zum Geburtstag zu schreiben - geschweige denn, sich in ein solches Forum einzubringen. Und meine Erfahrung, nicht nur im Ausland(!), ist, dass es auch die Frauen viel mehr interessiert, sich untereinander auszutauschen. Mich stört die "Frauenrunde" nicht. Karin |
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| AW: Wir gehen heim - und was kommt nun? | |
| Geschrieben von Angelika Zuche am 11.05.2000 um 07:52 Uhr | |
| Hallo Karin, hallo Forum,
da ich direkt angesprochen wurde, hier auch eine direkte Antwort: Was heisst stören? Ja, doch, es nervt mich, dass die, für die Frauen und Kinder ihr gewohntes Leben aufgeben, die Männer also, sich der Diskussion entziehen. Das ist ja nicht nur in so einer Runde wie hier so. Viele Männer wollen auch einfach abends nichts davon hören, was ihre Frauen bewegt. Natürlich, sie haben mit dem Job viel am Hut. Aber wir haben im Zweifelsfall nicht mal mehr einen Job und stehen auch nach der Rückkehr erstmal ohne da. Müssen einem potentiellen Arbeitgeber erklären, dass wir drei, vier, fünf Jahre ausgesetzt haben. Während die Männer wieder anknüpfen. Ich denke einfach, Frauen haben bei Versetzungen ins Ausland den wesentlich schlechteren Part und fände es schön, wenn das endlich mal je-mann-d anerkennt. Nix für ungut Angelika |
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