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 Wie bleibt man in Kontakt?
 Geschrieben von Brigitte Hild am 30.04.2002 um 17:18 Uhr
  Hallo,

alle Expats kennen die Situation: Beim Abschied versprechen Freunde und Verwandte hoch und heilig, sich regelmäßig zu melden, gerne ab und zu ein "Care Paket" mit Kindervideos und Zeitschriften zu schicken und spätestens in den nächsten Sommerferien zu Besuch zu kommen. Doch nach den ersten spannenden Wochen kommen Anrufe, Briefe oder E-Mails seltener, auch mit dem versprochenen Besuch haut es terminlich nie hin und der einst so enge Kontakt wird immer spärlicher...

Und geht die Entsendung zu Ende und die Familie kehrt heim oder beginnt das nächste Assignment, beginnt das Spiel von vorne: Mit den besten Vorsätzen verspricht man sich gegenseitig, den Kontakt nicht abreißen zu lassen, doch am Ende bleibt häufig bestenfalls der jährliche Rundbrief zu Weihnachten.

Müssen Kontakte auf Distanz unweigerlich im Sand verlaufen? Wann werden Kilometer zu "Beziehungskillern"? Warum scheint die Entfernung manchen Freundschaften nichts anzuhaben? Gibt es Tipps, wie sich Kontakte über Grenzen hinweg am besten pflegen lassen?

Ich freue mich auf Ihre Meinung!

Herzliche Grüße

Brigitte Hild


 AW: Wie bleibt man in Kontakt?
 Geschrieben von Susanne am 03.05.2002 um 08:11 Uhr
  Hallo Brigitte,

It takes two to tango... Das Kontakthalten ist keine Einbahnstraße und das bedeutet, dass ich mich auch extrem bemühen muss, den Kontakt nicht abreissen zu lassen. Bei uns gibt's alle 4-6 Wochen einen Rundbrief bzw. Rundmail, die ich dann noch um ein paar persönliche Zeilen ergänze. Nicht alle antworten ebenso regelmässig, aber zumindest wissen sie dann grob, was sich bei uns tut. Ich bin begeistert, dass E-Mail das in Kontakt bleiben so viel leichter macht. Was wir auch schon mal überlegt hatten ist eine eigene Mini-Homepage im Internet. Aber dann lesen halt auch die mit, die uns nicht kennen :-)

Viele Grüße

Susanne


 AW: Wie bleibt man in Kontakt?
 Geschrieben von Daniela Taufers am 07.05.2002 um 18:10 Uhr
  Unser Rezept heisst "Selbst nicht locker lassen". Schreiben, anrufen, mailen, was auch immer. Trotzdem wird einiges im Sand verlaufen, aber das ist doch normal. Ich habe doch auch nicht mehr mit jedem aus meiner Grundschulklasse Kontakt :-)


 AW: Wie bleibt man in Kontakt?
 Geschrieben von Anja am 08.05.2002 um 15:23 Uhr
  Hallo,

ich denke es macht auch durchaus Sinn das Kontakthalten zu planen, um so das Phänomen "Aus dem Augen aus dem Sinn" auch bei sich selber auszuhebeln, z.B. dadurch das man sich ähnlich wie eine Geburtstagsliste im Kalender vermerkt, wann ein "Kontakttag" ist an dem man wieder persönlichen Kontakt zu bestimmten Menschen aufnehmen möchte. Ich war auch schon längere Zeit im Ausland aber noch nie Expat mit der ganzen Familie, dafür war ich schon häufiger Freundin/Bekannnte von Expats, und als Empfänger fand ich zum Beispiel Rundschreiben immer zu unpersönlich, So nach dem Motto da will jemand einfach und schnell die "lästige" Pflicht" Kontakt zu halten erledigen. Mich interessiert z.B. nicht wirklich, wer gerade im Nachbarhaus neu eingezogen ist. Viel wichtiger ist mir, dass Freunde, wenn Sie denn mal im Lande sind, persönlich Kontakt aufnehmen, auch wenn ein Treffen aus verständlichen Gründen nicht immer zustandekommen kann. Es ist einfach blöd, wenn mal nur die einen dann die anderen wissen, das eine Expat-Family im Lande ist, insbesondere wenn man einen gut vernetzen Freundes-und Bekanntenkreis hat.



 AW: Wie bleibt man in Kontakt?
 Geschrieben von Daniela Taufers am 16.05.2002 um 16:20 Uhr
  Hallo, vor allem "Hallo Anja",
findest Du die Rundbriefe wirklich so schlimm? Ich finde sie sehr gut geeignet, einer groesseren Gruppe mehr zu erzaehlen, als das in einzelnen Briefen moeglich waere. Aber ich achte auch immer darauf, zusaetzlich zum Rundbrief noch ein paar perseonliche Zeilen zu schreiben. Was ich auch nicht mag, sind die Briefe die nur Highlights auszaehlen, die kommen mir manchmal vor wie eine Werbebrief. Kontakttag - funktioniert das? Ich muss Lust haben zum Telefonieren oder Schreiben, so auf Kommando geht das bei mir bestimmt nicht. Wo ich Dir hundertprozentig recht gebe: Immer allen sagen, dass man im Land ist, sonst ist der Aerger vorprogrammiert. Auch wenn es mit einem Besuch dann nicht immer hinhaut, aber wirkliche Freunde haben dafuer auch mal Verstaendnis. Ach ja, noch was zur anderen Seite: Es gibt auch die "lieben Freunde", die sich zwei Jahre lang nicht melden, so lange, bis ihnen einfaellt, dass sie den naechsten Urlaub doch mal bei uns verbringen koennen... Das aergert mich dann sehr, aber ich habe mich noch nie getraut, mich da elegant aus der Affaere zu ziehen um mir nicht als Hotel vorzukommen.


 AW: Wie bleibt man in Kontakt?
 Geschrieben von Britta am 19.06.2002 um 16:53 Uhr
  Und warum nicht einfach mal absagen? Oder als Alternative eine Pension in der Nähe anbieten, selbstbewußt und ohne schlechtes Gewissen? Kein Mensch käme in Deutschland auf die Idee, sich mal eben zu viert für 2 Wochen bei Freunden in München einzuquartieren. Im Ausland leben wir auch unseren Alltag, der gerät durch Dauerbesuch nämlich heftig aus den Fugen. Liebe Grüße von Britta (unser nächster Besuch kommt in 4 Tagen :-))


 AW: Wie bleibt man in Kontakt?
 Geschrieben von Axel am 04.07.2002 um 00:49 Uhr
  Hallo,
alles, was ich da gerade zum Thema Kontakt-halten gelesen habe kann ich gut nachvollziehen - nur planen kann ich das aus meiner Sicht nicht!
Letztlich geht es doch hier um Kommunikation, eben in etwas anderer Form, nämlich i.d.R.per email, vielleicht dann und wann auch per Telefon, wenn finanziell halbwegs vertretbar. Als ich im Ausland war, habe ich sehr schnell begriffen, was denn Kommunikation eigentlich wirklich bedeutet - insbesondere eben die direkte sprachliche und visuelle, die dann nur noch im Ausland richtig stattfindet. Zu den gewohnten Freunden und Gesprächspartnern zu Hause hingegen findet dann nur noch mittelbares emailen statt. Das habe ich als gewissermassen einzige Möglichkeit auch stark genutzt, allerdings intuitiv. Damit meine ich nicht serienbriefmässig und gezwungenermassen, sondern immer persönlich und gewollt. Das verstehe ich dann auch als Kultur des Kontakt-haltens, in der dann auch ein evtl. nur einmal kontaktierter Freund den Grad der Intensität nicht nach der Anzahl der "Briefe" bemisst.
Eigentlich nicht anders als im "normalen" Leben, oder!?


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