| Ereignisse in den USA | |
| Geschrieben von Brigitte Hild am 12.09.2001 um 13:45 Uhr | |
| Trauer, Wut, Hilflosigkeit und Angst - es ist ein Chaos der Gefühle, das Menschen auf der ganzen Welt angesichts der dramatischen Ereignisse in New York und Washington befällt. Terroristen haben in einer bisher noch nie dagewesenen Form wahllos Zivilisten als Opfer für ihre kranken Taten gewählt - und der ganzen Welt gezeigt, wie angreifbar unser System für zu allem entschlossene Fanatiker ist. Ein scheinbar sicheres Entsendungsland wie die USA wird von einer Minute zur anderen zu einem Ort, an dem ein Alptraum zur Realität wird.
In Deutschland herrschen Trauer und Bestürzung, an vielen Orten kommen Menschen in Kirchen zu Andachten zusammen. Fassungslos versuchen sie in Worte zu fassen, was eigentlich unfassbar ist. Alle Sie, die Sie in dieser Situation im Ausland leben, sind zusätzlich mit anderen Fragen konfrontiert. Wie sicher ist der Entsendungsort, was muten wir Kindern und Verwandten zu. Ängste und Besorgnis stellen sich ein und bei manchen sicherlich auch der Wunsch, am liebsten die Koffer zu packen. Viele von Ihnen sind in den USA stationiert, auch in New York und in New Jersey. In Situationen wie dieser müssen Menschen zusammenstehen und damit ein Zeichen setzen gegen Fanatismus und Gewalt. Ich möchte Sie einladen, Ihre Gefühle und Ihre Fragen hier im Forum mit anderen Entsandten zu teilen. Mit herzlichem Gruß Brigitte Hild |
|
| AW: Ereignisse in den USA | |
| Geschrieben von Peter-Michael Kerbes am 12.09.2001 um 14:09 Uhr | |
| Eigentlich ist das ja alles weit weg und der Bildschirm
ist ja auch nur Fiction, so wie eine Hollywood-Produktion. Ich war noch am Freitag in einer United Maschine unterwegs innerhalb USA, das geht mir ganz schön nah. Schützen können wir uns gegen solche "Tiere" nicht, es gibt nun mal keine 100% Sicherheit. Ehrlich gesagt nervt mich jetzt schon der Gedanke an die vermeintliche 150%ige Sicherheitskontrolle bei meinem nächsten Flug, das will ich auch wieder nicht. Es gibt leider andere Wege, Waffen in das Flugzeug zu schmuggeln. Passieren kann es an sich überall, übertriebene Angst vor bestimmten Ländern oder Orten wäre fehl am Platz. Unsere Zivilisation lebt von und mit dem Liberalismus, mehr Einschränkung möchte ich persönlich nicht. Die Suche nach terroristischen Drahtziehern, auch potentiellen, und deren Eliminierung dagegen scheint schon zielführender. |
|
| AW: Ereignisse in den USA | |
| Geschrieben von Marianne Fehl am 12.09.2001 um 14:49 Uhr | |
| Die Ansicht von Herrn Kerber teil ich ganz
und gar nicht. Sicherheit muss sein, auch Personenkontrollen vor dem Flug. Ich bin dafür, dass die verstärkt werden. Ich wäre sogar bereit, 1 Stunde früher am Flughafen zu sein. Mein Leben ist mir wichtiger! |
|
| AW: Ereignisse in den USA | |
| Geschrieben von Brigitte Hild am 12.09.2001 um 15:37 Uhr | |
| Ein großes Problem ist es für viele Eltern, Ihren Kindern die Geschehnisse in den USA zu erklären.
Auf der Website http://www.fliegmalweg.de/mains/fmwkondolenz.asp gibt es ein Forum zu den Ereignissen NYC und Washington, in dem Kinder ihre Gedanken und Fragen dazu loswerden können. Unter http://www.sowieso.de/archiv/archivframe.html sind der Nahost-Konflikt und die Hintergründe des Golfkriegs gut verständlich erklärt. Zum Geschehen in den USA gibt es eine kurze Zusammenfassung in kindgerechter Sprache. Mit bestem Gruß Brigitte Hild |
|
| AW: Ereignisse in den USA | |
| Geschrieben von am 13.09.2001 um 09:30 Uhr | |
| ich begreife nicht, wie man sich angesichts einer solchen tragödie über sicherheitsmaßnahmen aufregen kann. fassungslos daniela | |
| AW: Ereignisse in den USA | |
| Geschrieben von Hannah am 15.09.2001 um 13:48 Uhr | |
| Ich kann Daniela nur zustimmen. Man kann doch nur froh sein, wenn gründlich kontrolliert und alles für die Sicherheit getan wird. Mich regt noch etwas auf: Wie schnell die Solidarität aus Deutschland ein Ende hat, wenn es ums Geld geht. Jetzt findet das Oktoberfest also doch statt. Terror hin, Terror her, auf den Umsatz will man nicht verzichten. Ob den Typen im Zelt das Bier dann schmeckt? Ich könnte das nicht. | |
| AW: Ereignisse in den USA | |
| Geschrieben von am 15.09.2001 um 21:24 Uhr | |
| AW: Ereignisse in den USA | |
| Geschrieben von Petra Schaber am 15.09.2001 um 21:29 Uhr | |
| Hallo Hannah und Daniela,
es ist ja nicht überall so. Ganz viele Feste sind abgesagt was ich auch richtig finde. Aber ich verstehe auch die Leute die sagen, dass es keinem dient, wenn man nun auch das Oktoberfest ansagt. Die Terroristen wollen doch genau das erreichen dass bei uns garnichts mehr geht. Ich finde, dass man konkret helfen soll. Zum Beispiel auf dem Oktoberfest sammeln oder von jedem Bier eine Mark für die Opfer in den USA abführen oder so etwas, das wäre praktische Hilfe und Solidarität. |
|
| AW: Ereignisse in den USA | |
| Geschrieben von Brigitte Hild am 18.09.2001 um 12:17 Uhr | |
| AW: Ereignisse in den USA | |
| Geschrieben von Brigitte Hild am 18.09.2001 um 12:17 Uhr | |
|
Die Meinungen über den Umgang mit der Katastrophe sind gespalten: Während die einen Jahrmärkte, Bundesligaspiele und das geplante Oktoberfest in München als Beleidigung für die Opfer der Anschläge und ihre Angehörigen empfinden, sind andere der Meinung, dass die Gesellschaft gerade dann Stärke und Souveraenität signalisiert, wenn sie nach den Terrorakten möglichst schnell wieder zum Alltag übergeht. Ich denke, jeder muss da für sich und sein Gewissen eine ganz persönliche Einstellung finden. Gut gefällt mir der Vorschlag von Petra Schaber, einen Teil der Einnahmen des Oktoberfests zu spenden, wenn es denn schon stttfinden muss. Wenn Sie den Opfern in den USA helfen wollen: Folgende, mit dem Spenden-Siegel des Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) versehenen, Organisationen haben Spendenkonten eingerichtet: Caritas Diözesanverband Münster Kontonummer: 6000 Darlehnskasse Münster BLZ: 400 602 65 Stichwort "USA" Deutsches Rotes Kreuz e.V. Carstennstraße 58, 12205 Berlin Bank für Sozialwirtschaft, Kto 414 141 BLZ 370 205 00 Stichwort: Soforthilfe USA Katastrophenhilfe des Diakonischen Werks der EKD e.V. Stafflenbergstraße 76, 70184 Stuttgart Postbank Stuttgart, Kto 502 707 BLZ 600 100 70 Stichwort: USA Der Feuerwehrverband sammelt für die Opfer unter den Helfern Sonderkonto "Hilfe für Helfer" Konto 4500 4200 60 Bad Godesberger Kreditbank eG BLZ 381 603 12 Stichwort "Amerika" Kinderberg e.V. Lotterbergstraße 16, 70499 Stuttgart Bank für Sozialwirtschaft, Kto 1 750 000 BLZ 601 205 00 Stichwort: New York Malteser-Hilfsdienst e.V. Kalker Hauptstraße 22-24, 51103 Köln Deutsche Bank 24, Kto 120 120 120 BLZ 370 700 24 Stichwort: USA Rudolf-Walther-Stiftung Rabenaustraße 2, 63584 Gründau Kreissparkasse Gelnhausen, Kto 9 090 901 BLZ 507 500 94 Stichwort: USA Zu den Ereignissen gehören aber auch folgende Gedanken: Einer Milliarde Menschen fehlt das Nötigste zum Leben. 800 Millionen hungern. Der Mangel bestimmt ganz wesentlich das Leben dieser Menschen: Nahrungsmangel, Trinkwassermangel, Kleidungsmangel, unzureichende medizinische Versorgung, Mangel an Wohnraum, an Wissen, an Rechten. Kurz: der Mangel an menschenwürdigen Lebensbedingungen. Wenn die westliche Welt Terror bekämpfen möchte, muss sie auch bei den Lebensbedingungen der Armen ansetzen. Einige Spendenkonten, ohne Anspruch auf Vollständigkeit: Ärzte für die Dritte Welt e.V. Elsheimerstraße 9, 60322 Frankfurt/Main www.aerzte3welt.de Hilfe in Notstandsgebieten durch unentgeltliche (Urlaubs-) Einsätze deutscher Ärzte, Impfkampagnen, Gesundheitserziehung, Familienplanung Kto 4 888 880 Evangelische Kreditgenossenschaft e.G. BLZ 500 605 00 Médecins Sans Frontières ? Ärzte ohne Grenzen Deutsche Sektion e.V. Am Köllnischen Park 1, 10179 Berlin www.aerzte-ohne-grenzen.de Medizinische Nothilfe in Ländern, in denen Menschen durch (Bürger-)Kriege oder Naturkatastrophen in Not geraten Kto 97 097 Sparkasse Bonn BLZ 380 500 00 Bischöfliches Hilfswerk MISEREOR e.V. Mozartstraße 9, 52064 Aachen www.misereor.de Aktion gegen Hunger und Krankheit in der Weltentwicklungshilfe durch Förderung der Selbsthilfe sowie Informations-, Bildungs- und Solidaritätsarbeit Kto 101 010 Pax Bank eG Aachen BLZ 391 601 91 Brot für die Welt und Katastrophenhilfe des Diakonischen Werkes der EKD e.V. Stafflenbergstraße 76, 70184 Stuttgart www.brot-fuer-die-welt.de Förderung von Selbsthilfemaßnahmen in der Dritten Welt; Überlebenshilfe nach Katastrophen, die von Menschen und/oder der Natur verursacht wurden Brot für die Welt: Kto 500 500-500 bei Banken und Sparkassen Deutsche Welthungerhilfe e.V. Adenauerallee 134, 53113 Bonn www.welthungerhilfe.de Ziel der Arbeit: Hilfe zur Selbsthilfe zur Sicherung der Ernährungsbasis in den Entwicklungsländern Kto 1 115 Sparkasse Bonn BLZ 380 500 00 Stiftung Menschen für Menschen - Karlheinz Böhm Konto 18180018 Bankinstitut Stadtsparkasse München BLZ 701 500 00 Konto 18180018 Viele Grüße Brigitte Hild |
|
| AW: Ereignisse in den USA | |
| Geschrieben von Bettina am 22.09.2001 um 18:04 Uhr | |
| Ich habe hier in London das Benefizkonzert aus Los Angeles gesehen und war abwechselnd in Traenen und hingerissen von der Solidaritaet und den guten Gedanken und dem Willen sich nicht unterkriegen zu lassen von Hass und Zorn. Die Hilfsbereitschaft ist gross und das ist doch auch ein Zeichen, das die Welt sich nicht unterkriegen laesst. Ich verstehe gut wenn Amerika nach Vergeltung ruft und gleichzeitig habe ich Angst, was dann kommt. Ich glaube, das kann keiner absehen. Ich moechte jedenfalls nicht in der Haut der Politiker stecken. Und ich bin froh, das meine Kinder noch so klein sind, das ich Ihnen nichts erklaeren muss. | |
| AW: Ereignisse in den USA | |
| Geschrieben von Brigitte Hild am 28.09.2001 um 10:58 Uhr | |
| Liebe Forum-Leser,
Ende Oktober findet in Indianapolis zum dritten mal die internationale Konferenz "Families in Global Transition" statt. Fachleute aus der ganzen Welt kommen zusammen, um sich über die Situation mobiler Familien auszutauschen. Der Schwerpunkt dieser Konferenz verändert sich unter dem Eindruck der jüngsten Ereignisse, das Thema "Sicherheit für Expats" wird breiten Raum einnehmen. Ich würde mich freuen, wenn Sie mir mitteilen, was Ihnen in der gegenwärtigen Situation besonders wichtig ist. Welche Unterstützung erwarten Sie von uns und von Ihrem Unternehmen? Bitte schicken Sie mir eine Mail - wir werden Ihre Anregungen nicht nur auf unserer Website aufgreifen, sondern ich verspreche Ihnen, dass ich sie auch in Indianapolis und in Gesprächen mit Unternehmen weitergeben werde. Mit freundlichem Gruß Brigitte Hild |
|
| AW: Ereignisse in den USA | |
| Geschrieben von Karin am 01.10.2001 um 15:58 Uhr | |
| Hallo everybody,
ich weiss nicht, wie es anderen geht. Mein einziger Wunsch im Moment waere daheim zu sein. Ich habe keine richtige Angst oder so sondern nur das Gefuehl, dass ich in dieser Zeit zuhause sein sollte. Wie geht es denn anderen, lebt Ihr so wie immer? Viele Gruesse aus Kanada Karin |
|
| AW: Ereignisse in den USA | |
| Geschrieben von Aus Thailand am 06.10.2001 um 11:12 Uhr | |
| Hallo Karin,
nein, so wie immer leben wir nicht. Es ist keine akute Gefahr und bei mir sind es auch nicht die Kinder, deren Fragen ich beantworten muss. Meine Mutter in Deutschland macht es mir im Moment so schwer. "Warum muesst Ihr so weit fort sein", "Ihr seht doch, wohin das alles fuehrt", "Komm Du doch wenigstens mit den Kindern zurueck" usw. usw. Mein Kopf sagt, dass es richtig ist, was ich mache aber trotzdem wuehlen die Gedanken in mir und ich bekomme nicht alle Zweifel in den Griff. Zwischendrin packt mich dann die Wut auf diejenigen, die alle diese Zweifel und Aengste in die Welt gebracht haben, das ist wahrscheinlich genau das, was sie erreichen wollten. Was Ihre Kinder angeht, Karin, weiss ich nicht wie alt sie sind. Unsere beiden fragen inzwischen garnicht mehr, das ist normaler Alltag. |
|
| AW: Ereignisse in den USA | |
| Geschrieben von Brigitte Hild am 18.10.2001 um 11:14 Uhr | |
| Für alle Eltern,
die angesichts der Situation nach Wegen suchen, verantwortungsvoll mit ihren Kindern über die Ereignisse zu sprechen, gibt es nun eine Broschüre, die das Bundesfamilienministerium herausgegeben hat. "Mit Kindern darüber reden" heißt das Informationsblatt und plädiert dafür, Kindern zuzuhören und sie zu informieren, statt zu beschwichtigen und eigene Ängste zu verheimlichen. Eltern sollen darin Antwort finden auf häufig gestellte Fragen, zum Beispiel ob Kinder Nachrichten schauen dürfen oder warum kriegerische Elemente in Kinderträumen auftauchen. Das kostenlose Infoblatt kann angefordert werde beim: Bundesministerium fuer Familie, Senioren, Frauen und Jugend - Broschuerenstelle - Postfach 20 15 51 53145 Bonn oder aber im Internet heruntergeladen werden unter http://www.bmfsfj.de/top/sonstige/Politikbereiche/Kinder_und_Jugend/ix4789_.htm Vielleicht hilft das einigen Eltern weiter. Mit herzlichem Gruß Brigitte Hild |
|
| Werden Sie selbst aktiv und beteiligen Sie sich an unseren Foren! Nachricht beantworten | Neues Thema beginnen |