Multikulti war für Brigitte Hild
nicht immer leicht, als sie im Ausland lebte. Jetzt berät sie andere,
wie man in der Fremde klarkommt.
China, Schweden, Marokko. 13 Jahre verbrachten Brigitte Hild und ihre
Familie im Ausland. "Ich habe diese Jahre genossen, doch zwischendurch
gab es auch finstere Momente", sagt sie. Etwa die ersten Wochen, als die
Firma ihres Mannes ihn von Marokko nach Finnland versetzte. Als Hild,
die damals Hausfrau war, mit einem Säugling und einem Dreijährigen an
einem dunklen Novembertag auf der Treppe ihres Hauses saß und sich
heimwehgeplagt fragte: Was machen wir hier? Oder später in Schweden, als
die gelernte Luftverkehrskauffrau nicht wusste, wie sie im Ausland den
Wiedereinstieg ins Berufsleben schaffen sollte. Dann traf sie Anfang
Mitte der 90er Jahre in einem Flugzeug einen Unternehmensberater für
"interkulturelle Kommunikation", der Seminare für Manager anbot, die ins
Ausland geschickt wurden. Brigitte Hild hörte zu und wusste: Das ist
mein Thema. Der Berater spürte das – er lud sie ein, mit ihm Seminare zu
geben. Als sie Ende der 90er nach Deutschland zurückkehrte, war für sie
klar: Ich gründe eine Internetberatung. Damit Frauen und Männer, die
verzagt im Ausland sitzen, wie sie damals in Finnland, einen
Ansprechpartner haben. Hilds Team aus Psychologen, Juristen und
Erziehungsexperten hilft etwa, wenn die Kinder in der neuen Schule nicht
zurecht kommen oder es mit der Arbeitserlaubnis Probleme gibt. Wenn sie
manchmal auf den Anmeldebögen die Länder liest, in die ihre Klienten
geschickt werden, bekommt sie sogar Fernweh.
Mit freundlicher Genehmigung des Jahreszeiten Verlags, Hamburg, entnommen
aus FÜR SIE 04/2010.