Logo Going Global
Illustration

Guten Tag, wir begrüßen Sie bei Going Global

Willkommen bei Going Global

Kein Einheitspaket für alle

Personalführung 5/2006, Autorin: Dagmar Hess

Naturkatastrophen, Attentate, Entführungen, Unfälle, Krankheiten – die Liste der Schrecken, die Mitarbeiter im Ausland treffen können, ist lang. Wie man Risiken des Auslandseinsatzes minimieren und so die Sicherheit für Expatriates erhöhen kann, erläuterten Fachexperten Anfang März bei einem DGFP-Seminar in Frankfurt am Main. Dagmar Hess, freie Journalistin in Dresden, stellt exemplarisch die Erfahrungen einer Beratungsagentur sowie die Strukturen des Krisenmanagements bei der Lufthansa AG vor.


Online-Beratung Zum Seitenanfang

... Brigitte Hild, die in Kronberg im Taunus unter dem Namen "Going Global" eine Online-Beratung für Expatriates betreibt, hat nicht den Eindruck, dass die Bereitschaft zu einem Auslandseinsatz wegen möglicherweise gestiegener Gefahren nachlässt: "In aktuellen Studien – etwa der kürzlich vorgelegten gemeinsamen Untersuchung von Continental und TU Darmstadt – liest man zwar, dass die Bereitschaft zur Mobilität dramatisch sinkt. Aber häufig werden nur Hochschulabsolventen und Berufseinsteiger befragt und nicht berufserfahrene Mitarbeiter, die tatsächlich vor der Entscheidung zum Auslandseinsatz stehen", stellt Hild das Ergebnis der Untersuchung in Frage.

Ihre Erfahrung zeige, dass Mitarbeiter nicht deshalb vor einer vorübergehenden Tätigkeit im Ausland zurückschrecken, weil sie dort Gefahren erwarten: "Im Moment geht es vielmehr darum, dass wir in Deutschland zuwenig Rückkehrer-Jobs haben, dass Expatriates um die Re-Integration in Deutschland fürchten müssen. Verstärkt wird dieses Problem noch, weil die Ein-Verdiener-Familie ein Auslaufmodell ist und der – bisher auch erwerbstätige – Partner ebenfalls um seinen Arbeitsplatz fürchten muss, wenn er ins Ausland mitgeht."

Um vor diesem Hintergrund trotzdem Mitarbeiter für die Entsendung ins Ausland zu gewinnen, muss man – glaubt Brigitte Hild – nicht unbedingt die Vergütung anheben: "Viel wichtiger ist, individuell zu schauen, was die Expatriates brauchen. Man sollte nicht nach dem Gießkannen-Prinzip vorgehen und ein Paket für alle schnüren. Der Anreiz muss nicht unbedingt im Gehalt liegen, sondern kann zum Beispiel auch in einer 'spousal allowance' bestehen – einem Budget, das der mit ins Ausland gehende Partner für den Erhalt seiner beruflichen Qualifikation ausgeben kann."

Viel zu selten würden bisher noch die Partner zu entsendender Mitarbeiter – meist immer noch die Frauen – von deren Arbeitgebern im Vorfeld zum Gespräch eingeladen: "Die Unternehmen glauben, sich nicht auf diese Weise in die Privatsphäre ihrer Mitarbeiter einmischen zu dürfen – dabei mischen sie sich doch mit der Entsendung sowieso ganz massiv in das Leben der Familie ein", so die Inhaberin der Expatriates-Online-Beraterin.

Mehr Fragen von Frauen Zum Seitenanfang

Hild, die in China, Marokko, Finnland und Schweden selbst 13 Jahre Auslands-Erfahrung gesammelt hat, unterstützt über ihre Plattform Expatriates im Auftrag der entsendeten Unternehmen. Neun Berater – darunter zwei Ärzte, eine Psychologin und ein Umzugs-Spezialist – bearbeiten die Fragen der Endsandten: "Es kommen mehr Anfragen von Frauen als von Männern. Während Männer eher sachliche Fragen stellen – zum Beispiel, wo sie einen Adapter kaufen können oder ob in ihrer Nähe Landsleute wohnen – tragen Frauen auch emotionale Probleme an uns heran, zum Beispiel, wenn die Kinder ausziehen, um auf einem anderen Kontinent zu studieren", berichtet Brigitte Hild.

Die Online-Beraterin erläutert, warum sich im Ausland Situationen zu Krisen entwickeln können, die daheim ohne Probleme bewältigt werden: "Wir haben jetzt auch in Deutschland die Vogelgrippe, aber das löst hier keine Panik aus. Wenn man dagegen im Ausland lebt, wo man kein stabiles Lebensumfeld hat, und dann nicht optimal betreut wird, dann kann man durch wilde Gerüchte, wie beispielsweise während der SARS-Epidemie in Hongkong, leicht verunsichert werden." Deshalb setzt Brigitte Hild auf Information zu allen Lebensbereichen im Ausland, aber auch über aktuelle Entwicklungen und Veränderungen in Deutschland.

Hild betont die Selbstverantwortung der Expatriates: "Letztendlich trägt man für sich selbst die Verantwortung und kann diese auch nicht an den Arbeitgeber delegieren." Um im Notfall einer Gefahr zu entgehen, müsse man sich generell gut auf das Land vorbereiten und Vorsichtsmaßnahmen befolgen: Dokumente up-to-date halten, aktuelle und seriöse Informationsquellen nutzen, sich in den so genannten 'Deutschenlisten' der Auslandsvertretungen registrieren lassen und immer – auch während kurzer Dienstreisen - aktuelle und vollständige Kontaktdaten hinterlegen.

Während die von Brigitte Hild in Frankfurt vorgestellte 'Checkliste' vor allem der Vorbeugung und möglichen Vermeidung des Krisenfalls dient, stellte Joachim Heisig, Leiter Planung Krisenmanagement bei der Deutschen Lufthansa AG, die Abläufe nach dem Eintreten einer Krise dar.  ....

Mit freundlicher Genehmigung entnommen aus Personalführung 05/2006.
www.dgfp.de/personalfuehrung
Zugang zum
Sie haben Ihr