Rund 111 000 Menschen ziehen pro Jahr aus Deutschland weg. Aus Abenteuerlust, als humanitäre Helfer oder weil sie von ihrer Firma ins Ausland versetzt wurden. Die meisten kehren irgendwann zurück, "meist aus familiären Gründen", so Brigitte Hild, Geschäftsführerin der Personalberatungsagentur Going Global. "Zu 80 Prozent sind es Männer, die ihre Familien im Schlepptau ins Ausland mitnehmen." Doch das Zurückkommen ist kein Heimkommen. "Man selbst hat sich verändert, aber auch die Freunde und Verwandten. Deutschland ist ein Neuanfang, der oft nicht vorbereitet ist. Der Rückkehrer kommt mit Vorfreude, aber auch mit Trauer um das, was er zurücklassen musste. Er hatte im Ausland einen verantwortungsvollen Job, und hier will keiner etwas davon wissen. Und wenn man dann noch sagt: 'In China haben wir das aber soundso gemacht', wird das als besserwisserisch abgeurteilt. Vielen Familien ist es wichtig, die Kinder irgendwann nach Deutschland zu bringen. Sie brauchen Wurzeln. Übrigens: Viele mobile Kinder gehen als Erwachsene wieder ins Ausland."
Mit freundlicher Genehmigung entnommen aus BRIGITTE, Heft 4/2006.
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