Personal.Manager International, Autorin: Katrin Koll
China ist für deutsche Expatriates zweifelsohne kein einfaches Entsendungsland. Dies ist auch darauf zurückzuführen, dass sich westliche Ausländer mit der Kommunikation in der chinesischen Arbeitswelt einfach schwer tun. Für einen besseren Zugang zu lokalen Geschäftspartnern oder auch Mitarbeitern sollte man sich daher mit einigen Besonderheiten der Geschäftskultur vor Ort auseinandersetzen.
Die Vorfreude auf die Entsendung nach Peking war groß gewesen. Der bei
einem deutschen Konzern beschäftigte Elektroingenieur hatte an einem
Vorbereitungsseminar teilgenommen, Mandarin gebüffelt und viel über
Asien gelesen. Doch vier Monate nach der Ankunft hatte er das Gefühl,
in der chinesischen Tochtergesellschaft seines entsendenden
Unternehmens keinen Schritt weitergekommen zu sein. Seine ersten
Kontakte mit den chinesischen Partnern schienen zwar herzlich, bleiben
aber seltsam vage. Besprechungen mit lokalen Mitarbeitern führten meist
zu keinem handfesten Ergebnis und er fühlte sich zunehmend ausgegrenzt.
"Seine Situation ist typisch für Expatriates, die sich darum bemühen,
in ihrem neuen Arbeitsalltag in China Fuß zu fassen", erklärt Brigitte
Hild von Going Global, einem Online-Beratungsdienst, der Expat-Familien
im Ausland betreut. "China gehört zu den schwierigeren Zielländern und
auch gestandene Fach- und Führungskräfte müssen lernen, dass die
Unterschiede in der chinesischen Geschäftskultur für das Erreichen
ihrer eigenen Ziele relevant sind."
... "Vor Missverständnissen ist man in China nie wirklich gefeit",
resümiert Brigitte Hild von Going Global, die selbst einige Jahre in
Peking gelebt hat. "Wer sich aber mit den chinesischen Denk- und
Handlungsmustern auseinandersetzt und offen auf sein Gegenüber zugeht,
kann auch in einem so fremden Land wie China erfolgreich arbeiten."