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Das Leben abroad

Wir aktuell, Autorin: Sandra Otte, Wirtschaftsjunioren Düsseldorf

Tipps und Tricks von Brigitte Hild von Going Global Zum Seitenanfang

Mal endlich raus aus dem kalten, verregneten Deutschland, arbeiten in einer fremden Kultur, weit weg von deutschen Sachzwängen, womöglich auch verbunden mit der Hoffnung eines beruflichen Aufstiegs – vor allem für „young professionals“ eine verlockende Vorstellung. Weil heutzutage Entsendungen immer mehr zur Tagesordnung gehören, hat die Projektgruppe Internationales Frau Hild von der Expatonline-Agentur Going Global für einen sehr praxisrelevanten Vortrag gewinnen können.

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Frau Hild selbst hat einige Erfahrung als „expat“ gesammelt. Im Vergelich zu dem ersten Auslandsaufenthalt, bei dem sie noch recht ungebunden war, waren bei späteren Entsendungen bereits Kinder dabei und daher auch gleich noch mehr logistische Überlegungen erforderlich: Kindergarten, Schule, Entfernung von den geliebten Großeltern etc.

Hauptaugenmerk wurde an diesem Abend auf die private Ebene gelegt: Zwar kümmern sich die meisten Firmen selbst um steuer – und sozialversicherungs-rechtliche Fragen bzw. schalten Experten ein. Meist wird auch ein Umzug von der Firma gezahlt; zu kurz kommen jedoch immer die privaten Überlegungen und Schwierigkeiten, mit denen ein expat zu kämpfen hat und die selten in die Überlegungen eines Wechsels „abroad“ miteinbezogen werden. Was eigentlich klar ist, wurde nochmals verdeutlicht: Wenn man einen Partner hat, muss ganz offen geklärt werden, ob der andere auch hinter der Entscheidung der Entsendung steht - häufig auch um den Preis der Aufgabe der beruflichen Planung und Weiterentwicklung. Darüber hinaus ist heute der Auslandsaufenthalt auch nicht mehr sicheres Sprungbrett für den beruflichen Aufstieg, so dass auch hier Für und Wider abgewogen werden müssen.

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Sehr eindrucksvoll war ein Fallbeispiel einer Familie, die mit zwei Kindern nach Peking gezogen ist und dort schon 4 Monate verbracht hat: Wir schlüpften alle entweder in die Rolle der Frau oder des Mannes und konnten unserem Nachbar, der jeweils die andere Rolle übernahm, allen aufgestauten Frust an den Kopf werfen. Dabei wurden typische Probleme dargestellt: hektischer Aufbruch aus dem Heimatland, häufig enorme Arbeitsbelastung des Entsendeten, der sich erst mal in eine Arbeitsmentalität einfügen muss, fehlende Integration des andern Partners, der sich alleingelassen fühlt, sich um die Kinder sorgt, Prellbock für alle Wünsche der Familie im Heimatland ist etc.

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Weiter hat Frau Hild ein Kulturschockmodell dargestellt: Hauptproblem bzw. Ausgangspunkt aller Kulturschockmodelle ist die Tatsache, dass man in der Fremde den Alltag bewältigen muss, ohne genaue Kenntnis über diesen Alltags zu haben. Schließlich ist der Urlaub im anderen Land in keiner Weise mit dem Alltagsleben vergleichbar! Das Kulturschockmodell wiederholt sich eigentlich in unterschiedlichen Abständen bei allen expats immer wieder nach dem gleichen Schema: Es handelt sich um eine dauernde Wellenbewegung zwischen absolutem Hochgefühl im neuen Land, gefolgt von einer negativen Stressphase. Diese Wellenbewegung erfasst sowohl Singles als auch Familien, die im Ausland leben – Familien, weil sie sich per se mehr auf sich selbst konzentrieren, Singles, weil es schwierig ist, sich dauernd um neue Kontakte zu bemühen, zumal die Arbeitskollegen im Zweifel ebenfalls schon im Familienleben eingebunden sind - und immer Neues aufzunehmen ist schließlich auch unglaublich anstrengend!

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Interessant war auch, dass sich diese Wellenbewegungen auch nach der Rückkehr fortsetzen: Zwar ist mal ganz glücklich, endlich wieder den heimischen Weihnachtsmarkt zu haben, aber relativ bald stellt sich auch wieder ein Unwohlsein ein: Zu Hause ist alles so eng, kleingeistig etc. -kaum hat man erst mal etwas Neues kennen gelernt, stellt man natürlich auch das Altbekannte in Frage.

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Ein Hauptproblem, mit dem fast alle expats zu kämpfen haben, ist der fehlende kompetente Ansprechpartner für die Dauer der gesamten Entsendungen inklusive der Wiedereingliederung bei der Rückkehr. Nach der ersten Euphorie der Freunde und Familie über die Rückkehr wollen die häufig keine weiteren Geschichten hören, wieso es woanders sowieso besser ist ….

Damit die Entsendung trotz allen Tücken des Alltags trotzdem zum Erfolg wird, hatte Frau Hild viele Tipps parat, die teilweise auf den ersten Blick ganz simpel scheinen, die aber sicher helfen, auch die Tiefpunkte einer Entsendung (und der Zeit danach) gut zu meistern.

Das Fazit der Veranstaltung bestand darin, dass eine Entsendung um so erfolgreicher ist, je besser sie vorbereitet wird. Eine Entsendung erfordert viel Engagement in jeder Hinsicht, ist aber eine unvergleichbare Erfahrung!
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