Nationale Grenzen spielen im Wirtschaftsleben kaum noch eine Rolle -
die Welt ist der Markt. Vor allem international tätige Firmen schicken
ihre Mitarbeiter zur Abwicklung von Großprojekten oder zur Erschließung
neuer Märkte befristet ins Ausland - nicht selten für einige Jahre.
Meist geht die Familie mit und ist vorübergehend in einem fremden Land
zu Hause.
Anfängliche Euphorie weicht indes schnell der Ernüchterung des Alltags.
Denn in der neuen Heimat auf Zeit ist vieles anders als daheim: andere
Kultur und andere Sitten, die Sprache ist fremd und die Gewohnheiten
sind verschieden. In der Türkei beleidigt es den Mann, wenn man der
Frau aus Höflichkeit zuerst die Hand gibt. Hierzulande schaut man
seinem Gesprächspartner in die Augen; eine Frau, die dies in Marokko
tut, macht dem Mann damit ein "eindeutiges Angebot".
Solche kulturellen Fallstricke kennt Brigitte Hild aus eigener
Erfahrung. Auch sie folgte ihrem beruflich versetzten Mann - nach China
und Marokko, Finnland und Schweden. 13 Jahre lebte die gelernte
Luftverkehrskauffrau im Ausland, und sie hat dabei "die Höhen und
Tiefen des Entsandtendaseins kennengelernt". Seit zwei Jahren wieder in
Deutschland, will die 39-Jährige nun Familien, die ins Ausland
entsendet wurden, das Leben in der Fremde leichter machen: "Going
Global" heißt ihr Unternehmen, das sie mit DtA-Startgeld gründete und
das seine Dienstleistung primär übers Internet anbieten wird
(www.goingglobal.de). Neben einer Beratung durch Experten, etwa bei
Schulproblemen, können Interessenten gegen Gebühr die informative
Datenbank der Website nutzen. Auch ein virtueller Treffpunkt für den
Erfahrungsaustausch von Entsandten will Brigitte Hild anbieten.
Positive Resonanz erhofft sie sich von der Direktansprache großer
Firmen. Denn nach ihren Recherchen scheitert rund ein Drittel aller
Entsendungen, kostet jeder abgebrochene Auslandseinsatz das Unternehmen
im Durchschnitt eine Viertelmillion Mark. Und dies seien letztlich
"vermeidbare Kosten".