Logo Going Global
Illustration

Guten Tag, wir begrüßen Sie bei Going Global

Willkommen bei Going Global

Wie werden Entsendungen zum Erfolg? Families in Global Transition - Konferenz 2004

Personal.Manager International 02/2004, Datakontext Verlag
Autorin: Brigitte Hild

Zum Seitenanfang

"Es kommt niemand vorzeitig aus dem Ausland zurück, weil er nicht das richtige Haus gefunden hat oder weil die steuerlichen Fragen ihn zu sehr bedrängen, sondern weil er mit den emotionalen Herausforderungen alleine gelassen wird." Für diesen Satz erntete Paul White, verantwortlich für die Global Expatriate Policy beim amerikanischen Energie-Multi ConocoPhillips, während einer Podiumsdiskussion der diesjährigen Konferenz "Families in Global Transition" spontanen Beifall.

Spannende Diskussionen und ein lebendiger Austausch waren auch in diesem Jahr charakteristisch für die dreitägige Konferenz, die an ihrem neuen Veranstaltungsort Dallas so viele Teilnehmer anzog wie nie zuvor.

Als Ruth van Reken, vielen durch ihr gemeinsam mit dem kürzlich verstorbenen Dr. David Pollock veröffentlichtes Standardwerk „Third Culture Kids“ bekannt, Ende der 90er Jahre an ihrem Küchentisch im heimischen Indianapolis erstmals die Idee für eine Tagung hatte, die sich speziell mit den Bedürfnissen mobiler Familien befassen sollte, wagte sie nicht zu träumen, dass sich daraus in nur sechs Jahren eine regelmäßig alle 18 Monate stattfindende internationale Konferenz entwickeln würde, die mehrere Hundert Teilnehmer aus über 15 Ländern mit ihren Erfahrungen zusammen bringt.

Mittlerweile sind Arbeit und Organisation auf mehrere Schultern verteilt, seit gut einem Jahr steht hinter der Konferenz der Verein „Families in Global Transition“. Die Geschäftsführung hat mit Energie und Engagement Joyce Blake übernommen, die nach ihren Auslandserfahrungen in Russland und Deutschland auch aus eigener Erfahrung weiß, mit welchen Herausforderungen mobile Jobnomaden umgehen müssen. „Wir konzentrieren uns vor allem auf die sogenannten „Soft Facts“ einer Entsendung, die emotionalen und die psychologischen Herausforderungen“, sagt sie und ergänzt: „eigentlich auf all das, was man nicht einfach an einem Ort in eine Umzugskiste packen und am nächsten wieder auspacken kann“.

Mit Fachvorträgen, Workshops, Podiumsdiskussionen und vielen Möglichkeiten zum Netzwerken blieb trotz der ungewohnten Größe der Konferenz auch in diesem Jahr der Anspruch erfüllt, Personalverantwortlichen, Serviceanbietern und Expatriates ein gemeinsames Forum zu bieten, um Erfahrungen auszutauschen und voneinander zu profitieren. In seiner mitreißenden Eröffnungsrede entwarf der bekannte Journalist und Autor Pico Iyer, der als Kind indischer Eltern in Großbritannien und Kalifornien aufwuchs und nun hauptsächlich in Tokyo wohnt, das faszinierende Bild einer Gesellschaft, in der Länder- und Kulturgrenzen nach und nach an Bedeutung verlieren und Menschen sich zunehmend als „global souls“ verstehen, die ein Zusammenwachsen der Kontinente als große Chance begreifen.

Die mehr als 25 Fachvorträge und Workshops der prall gefüllten Konferenztage waren den Kategorien „Crossing Cultures“, „Spouses and Partners“, „Global Families“ „Third Culture Kids“, „Transitions“ und „Education“ zugeteilt, um eine erste Orientierung zu erleichtern. Beeindruckend war die Bandbreite der Themen: So stellte die australische Wissenschaftlerin Yvonne McNulty ihre Langzeituntersuchung „Trailing Spouses“ vor, während Matt Neigh eindrucksvoll erläuterte, welche Auswirkungen eine mobile Kindheit auf die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen hat. Die Interkulturelle Trainerin Val Boyko plädierte dafür, die Unterstützung von Expats nicht auf die Zeit vor der Ausreise zu beschränken und Dr. Carley Dodd, Professor für Interkulturelle Studien und Vizepräsident von SIETAR International, sprach über Möglichkeiten, die Auswahl von potentiellen Expatriates und ihrer Familien mit Hilfe von Assessment Centern sichererer zu gestalten.

Neu und sehr erfolgreich waren die „Poster Sessions“, eine Art Mini-Messe: Fachleute stellten ihre Konzepte oder Forschungsergebnisse an Info-Tafeln vor und standen interessierten Besuchern für Erläuterungen und individuelle Gespräche zur Verfügung, die in den Konferenzpausen und bei den Abendveranstaltungen angeregt fortgesetzt wurden.

Die Konferenz, die sich vor allem auf die Bedürfnisse mobiler Familien konzentriert, war allerdings auch geprägt von vielen Überlegungen zur weltweit angespannten Sicherheitslage. Lebhafte Diskussionen über angemessene Maßnahmen oder aber auch als überzogen empfundene Reaktionen zeigten, dass es viele Unsicherheiten zur Einschätzung und zum richtigen Umgang mit einer sich verändernden Welt gibt.

Um so wichtiger ist eine Plattform wie diese, die alle Beteiligten im Themenbereich Entsendung zusammenführt. So sprach Dr. Duncan Westwood, der als Arzt im kanadischen Toronto Expatriates betreut und unterstützt und zum ersten Mal an der Konferenz teilnahm, mit seiner Einschätzung sicher vielen Teilnehmern aus der Seele, als er sein persönliches Fazit zog : „Es ist faszinierend, sich hier als Teil einer Gemeinschaft zu fühlen, die aus vielen unterschiedlichen Bereichen kommt, sich dem lebenslangen Lernen verschrieben hat und die Neugier und den Wunsch miteinander teilt, dass Expatriate-Familien die Jahre im Ausland positiv meistern. Das Resultat ist gebündeltes Know-how, das enorm dazu beiträgt, die wesentlichen Faktoren für eine erfolgreiche Entsendung besser zu verstehen.“ Dass diese Mischung stimmt, findet auch Don Cummings, der als Berater und Trainer zum Thema Entsendung tätig ist: „Ich kann diese Konferenz nur jedem empfehlen, der sich mit dem Gedanken an eine Auslandsentsendung trägt. Und darüber hinaus jedem Topmanager, der die Auswirkungen verstehen will, die eine fehlende Unterstützung auf seine Mitarbeiter hat“.

Und wenn wir Sie jetzt neugierig gemacht haben: Die nächste FIGT-Konferenz findet vom 15. bis 17. September 2005 statt.

Weitere Informationen:
http://www.figt.org


Personal.Manager International
Zugang zum
Sie haben Ihr